Der lang ersehnte 23. November. Er ist endlich gekommen und gehört bereits der Vergangenheit an. Wir sind zu unserer Reise gestartet, besser gesagt sind wir bereits angekommen. Ich liege in einer Hängematte am Strand von Klong Khong Beach auf Kho Lantha und schreibe diesen Beitrag. Aber alles der Reihe nach.
Am 23. November um 05:45 Uhr reisst uns der Wecker in Eschenbach SG aus dem Schlaf. Wir ziehen uns an und packen die letzten Sachen in unsere Rucksäcke. Wir sind alle angespannt. Haben wir wohl an alles gedacht? Wie werden die Kinder und wir die lange Reise überstehen? Was wird uns unterwegs in Thailand erwarten?
Dann geht's los. Lilian fährt uns mit dem Auto zum Bahnhof Pfäffikon SZ, so dass wir bis zum Flughafen nicht mehr umsteigen müssen. Es ist bitter kalt und obwohl wir unsere wärmsten Sachen angezogen haben welche wir mitnehmen, frieren wir. Dies kümmert uns aber wenig, denn bald schon werden wir an der Wärme sein.

Am Flughafen angekommen klappt alles wie am Schnürchen. Das Check-in verläuft ohne Probleme und so sind wir unser grosses Gepäck erst einmal los und nur noch mit Handgepäck unterwegs. Wir trinken noch einen feinen Kaffee und warten bis wir endlich ins Flugzeug steigen können. Loan und Gwen sind total überdreht und rennen auf dem Flughafen herum. Da kommt es gerade recht, dass uns Fabienne und Roger zusammen mit Leana am Flughafen verabschieden kommen. Nach einer kurzen Unterhaltung mit Büssers passieren wir problemlos die Pass- und die Sicherheitskontrolle und sitzen kurze Zeit später endlich im ersten Flugzeug. Loan schläft nach der ersten Aufregung ein, währenddessen Gwen total aufgekratzt ist und kaum stillsitzen kann.

In Berlin-Tegel gelandet ist unser Kinderwagen den wir in Zürich noch bis zum Flugzeug mitgenommen haben wie vom Erdboden verschluckt. Erst jetzt wird uns bewusst, dass dieser ja auch mit einem Klebezettel nach Bangkok angeschrieben worden ist und wir uns nur im Transfer befinden, auch wenn dieser sechs Stunden beträgt weil unser erster Flug Zürich – Berlin nach vorne verschoben worden ist. Nun gut, durch so ein Unglück lassen wir uns nicht die gute Laune verderben. Oder doch? Mir ist es übel, vom Flug? Oder Magendarmgrippe? Irgendwie schaffen wir es diese langweiligen und eher mühsamen sechs Stunden zu überbrücken. Wir sitzen nun endlich im Flugzeug nach Bangkok. Ich hatte vergessen wie eng und unangenehm diese fliegenden Sardinenbüchsen sind. Immerhin haben wir eine Viererreihe zwischen den beiden Gängen für uns allein obwohl wir für Gwen ja noch keinen Sitzplatz bezahlen müssen. Unsere Kinder halten sich angesichts der geringen Platzverhältnisse sehr gut und schlafen bis zur Landung welche um 04:30 Uhr Schweizer Zeit erfolgt. Nur Sabine und ich, wir haben höchstens etwas gedöst, sind total erledigt. Dafür ist die Übelkeit verschwunden.
Bereits am Flughafen bemerken wie sehr die Thais uns als Familie willkommen heissen. Als der Einweiser zur Passkontrolle unser Kinder sieht, leitet er uns sofort zum Stand mit der Aufschrift „Diplomaten“ weiter an welchem im Gegensatz zu allen anderen Schaltern noch niemand ansteht. Wir schnappen unsere Rucksäcke und Kinderwagen und sind glücklich, dass alles angekommen ist.
Langsam sind wir richtig routiniert im Fliegen und machen uns sogleich auf zum Check-in Schalter um unser grosses Gepäck nach dem Tausch der Turnschuhe gegen Flip Flops gleich wieder loszuwerden.
Unser dritter und letzter Flug führt uns von Bangkok nach Krabbi. Aber von diesem kriegen wir ausser Start und Landung kaum etwas mit. Wir breiten uns in zwei leeren Sitzreihen aus und die ganze Familie schläft. In Krabbi entscheiden wir nach Absprache mit Loan trotz Erschöpfung gleich nach Kho Lantha, unserem ersten Ziel weiterzureisen.Wir fragen beim Busstand, ob es denn noch möglich sei nach Kho Lantha zu fahren und tatsächlich nehmen sie uns mit. Während ich bezahle schnappen sich schon einige Thais unser Gepäck und laden es in einen Bus der schon fast voll besetzt und beinahe abgefahren ist.
Der Bus fährt uns nach Krabbi Town in einen kleinen Hof. Ob wir hier wohl wirklich richtig sind? Das Billet welches für die gesamte Fahrt auf die Insel gelten soll, wurde mir beim Einsteigen in den Bus bereits abgenommen. Nun, wer für was genau wie und warum zuständig ist, begreifen wir nicht so ganz genau. Aber durch unsere Kindern kommen wir mit der Frau des Hauses ins Gespräch die selber im siebten Monat schwanger ist und ihren zweiten Jungen erwartet. Sie scheint die Zügel in der Hand zu haben und erkundigt sich bei allen Touristen die jetzt zusammen mit uns auf die Weiterreise warten in welchem Ressort wir denn gebucht haben. Wir erklären, dass wir noch gar nichts gebucht haben weil wir nicht wussten ob wir es überhaupt noch bis Kho Lanta schaffen oder ob wir in Krabbi bleiben. Sie zückt das Telefon und erkundigt sich in Thai in einigen Bungalows unserer Wahl nach Platz und Preis. Das von ihr angebotene Bungalow ist dann selbstverständlich auch das günstigste derjenigen die noch Platz haben. Es ist uns im Moment gerade völlig egal. Hauptsache wir kommen mal an und müssen uns nicht mehr um viel kümmern. Ich bezahle bei der Frau gleich für zwei Nächte und erhalte dafür einen Zettel mit der Aufschrift „Paid“. Im gleichen Augenblick steht auch schon der Bus zur Weiterreise bereit. Wie wir auf der Fahrt sehen, hätte uns der Fahrer auch auf der Ladefläche eines Pickups oder die ganze Familie auf einem Motorrad mitgenommen.
Der Verkehr läuft auch dank unseres Fahrers der sich immer mehr als eine Kombination aus Michael Schumacher und einem psychopathischen Raser entpuppt, sehr flüssig. Dennoch fühle ich mich im Wagen unseres Fahrers recht wohl. Er überholt mal rechts, mal links, fährt mal auf unserer Seite, mal trotz doppelter Sicherheitslinie auf der Gegenfahrbahn, und doch bewahrt er in brenzligen Situationen kühlen Kopf und bremst nie abrupt, sondern sucht sich immer gleich die nächste Lücke. Zudem scheint es für ihn eine alltägliche Fahrt zu sein, der hängt fast während der gesamten Fahrt an seinem Telefon.
Während der Fahrt macht sich bei uns langsam der Hunger bemerkbar und wir kramen aus unseren Reiserucksäcken noch allerhand Notvorrat von zu Hause und aus den Flugzeugen zusammen. Dann, nach etwa eineinhalb Stunden fahrt erreichen wir eine Fähre. Wir setzen über und erreichen nach einer kurzen Fahrt wieder eine Fähre. Wir bewundern unsre Kinder. Sie beginnen erst jetzt so richtig unruhig zu werden und der gefürchtete Spruch „Wann sind wir endlich da?“ kommt.
Nach einem äusserst leckeren Essen wie am Thai-Foodfestival fallen wir nur noch ins Bett. Die Kinder wollen aber noch alles andere als schlafen. Aber wir sind so müde, dass wir nichts mehr anderes als schlafen gelten lassen.
Nun sind wir gestartet und angekommen. Wir haben bereits einen wunderschönen Badetag am Klong Khong Beach hinter uns. Wir werden uns heute mal auf die Suche nach einer günstigeren Unterkunft und Einkaufsmöglichkeiten machen, damit wir nicht alles aus dem Ressort beziehen müssen.
Die weite Reise hat sich schon jetzt gelohnt. Und wir freuen uns auf die Zeit die wir zusammen hier erleben können.