Freitag, 20. April 2012

Unser Freund und Helfer

Nachdem wir von Siem Reap zügig bis zur Grenze von Kambodscha kamen und dann auch noch problemlos und schnell, dank unseren Kindern, die Visa erhalten hatten, reisten wir wieder in Thailand ein. Erfreut und überrascht weil alles so gut geklappt hatte, machten wir uns gleich auf die Suche nach einem Minibus der uns nach Chanthaburi fahren sollte. Trotz der Warnung im Reiseführer, dass es viele Schlepper gäbe, die nur darauf aus sind, Reisende übers Ohr zu Hauen, indem sie zu viel Geld für eine Busfahrt verlangen oder ein Fahrzeug versprechen, welches dann gar nicht dem entspricht was versprochen wurde, hatten wir unseren Minibus schnell gebucht und unsere Reise sollte in zwei Stunden weiter gehen. Als wir dann nach drei Stunden immer noch warteten, angeblich nur noch auf einen Passagier, der die Fahrt bereits bezahlt hatte aber wegen irgendwelchen Visa-Problemen an der Grenze hängen geblieben war, dämmerte es uns langsam, dass der Fahrer nicht bereit war den weiten Weg bis Chantaburi mit uns als einzigen Fahrgästen in Angriff zu nehmen. So einfach sind wir also doch auch bei irgendwelchen Schleppern gelandet!

Wir beschlossen unsere Reise zu unterbrechen, forderten den Preis für die Tickets zurück und nahmen ein TukTuk in die nächstgelegene grössere Ortschaft Aranyaprathet. Wir fanden dann auch eine Absteige, nicht ein Hotel in dem wir eine Woche lang Urlaub machen möchten, aber für eine Nacht gerade so erträglich.

Frisch geduscht und neu motiviert, zottelten wir los in die Stadt in die wir eigentlich gar nicht hin wollten. Wir fanden dann auch prompt einige Marktstände, deckten uns mit den dargebotenen Leckereien ein und setzten uns auf eine Mauer um die Köstlichkeiten zu verzehren. Schon nach den ersten Bissen stellten wir fest, dass wir wieder in Thailand waren und es klug gewesen wäre zu fragen was denn nicht scharf sei, anstatt nach Herzenslust einfach das Bestaussehende zu wählen.

Beim Verlassen der Essstände fragten wir schlussendlich einen Händler wo sich denn der Busbahnhof befinde damit wir uns erkundigen konnten, wann denn am nächsten Tag ein Bus nach Chanthaburi fährt. Die zwei am Marktstand verstanden leider kein Wort englisch, zögerten aber keinen Moment um einen weiteren Mann zu Rate zu ziehen. Dieser schien zu verstehen, dass wir den Busbahnhof suchten und deutete in eine Richtung, und dann nach links. Der Mann sprach dabei die ganze Zeit in ruhigem Thai zu uns. Als wir merkten, dass der gute Mann uns zwar helfen wollte aber kein Wort englisch konnte, versuchten wir ihn gestikulierend zu fragen wie weit die Distanz zum Bahnhof denn sei, respektive ob wir dahin spazieren könnten oder uns fahren lassen sollten. Da wir uns ja sowieso nicht verstanden, sprachen wir mittlerweile übrigens schweizerdeutsch mit dem Mann. Er zeigte uns mehrmals zwei Finger. Wir wussten nun nicht ob wir die zweite Querstrasse links gehen mussten oder ob der Weg zwei Kilometer lang sei. Also verabschiedeten wir uns und machten uns in die Richtung auf in welche uns der Fremde gezeigt hatte. Wir steuerten auf eine Gruppe junger Männer zu um uns die Richtung noch einmal bestätigen zu lassen, denn Asiaten neigen dazu, wenn sie die Antwort auf eine Frage nicht kennen einfach irgend etwas zu sagen. Doch noch bevor wir die Gruppe erreicht hatten, hielt auf einmal auf der anderen Strassenseite ein Pickup und der Mann von vorhin kam auf uns zu, streckte uns seine Dienstmarke der Thailändischen Polizei unter die Nase und deutete, dass wir auf der Ladefläche seines Autos Platz nehmen sollten. Nach einer Fahrt von gut zwei Kilometern hielt der Wagen bei einem Hotel. Nun kramten wir in unserem Reiseführer den kleinen Abschnitt mit Thai-Deutsch hervor, da wir auf einmal nicht mehr sicher waren, dass der Beamte unser Anliegen mit dem Busbahnhof auch richtig verstanden hatte. Doch bevor wir das Wörterbuch benutzen konnten, stand bereits eine Dame aus dem Hotel neben der Ladefläche des Pickups die etwas Englisch konnte. So erfuhren wir, dass uns der Polizist richtig verstanden hatte und sich der Busbahnhof gleich um die Ecke befinden würde, die Schalter aber bereits geschlossen hatten und der von uns gewünschte Bus morgen um neun Uhr morgens los fahren würde.

Als letzter Service fuhr uns der Mann mit seinem Wagen dann noch nach Hause bis vor unsere Unterkunft. Selbstverständlich entgingen uns die überraschten Mienen des Hotelpersonals nicht, als uns der Polizist auf seinem privaten Wagen bei ihnen absetzte. Nach einigen Worten Thai hellten sich die Gesichter der Angestellten aber auch gleich wieder auf. Wir bedankten uns ganz herzlich bei dem Gesetzeshüter und verabschiedeten uns von ihm.

Aranyaprathet wird für uns als Grenzstadt in Erinnerung bleiben in die wir eigentlich gar nicht hin wollten, wir dann aber durch einen glücklichen Reisezufall ein unvergessliches Erlebnis der Thailändischen Gastfreundschaft erleben durften. Es ist schön wieder im Land des Lächelns zu sein.



Ps. wir sind wieder unter unserer Thailändischen Handy-Nummer erreichbar.

Donnerstag, 12. April 2012

Friedrice with chicken, beef, pork or vegetable?

Was soll ich heute essen? Diese Frage zu beantworten fällt uns täglich schwerer. Die Menükarten unterscheiden sich kaum mehr voneinander und die meisten Speisen kennen wir in und auswendig. Oft verzichten wir aus hygienischen Gründen auf Salat und vegetarische Menüs mit viel Gemüse sind schwierig zu bekommen. Das warten auf das Essen, auf die Rechnung und zuletzt auf das Wechselgeld machen die tägliche Esserei zur Tortour. Unser grösster Wunsch ist es, selber zu kochen, auf was wir gerade Lust haben.

Wenn man die klimatischen Bedingungen die zur Zeit vorherrschen in einem Wort beschreiben soll, dann trifft es das „Dampfbad“ doch ziemlich genau. Es ist drückend schwülheiss, die Kleider triefen schon nach kurzer Zeit vor Schweiss und der Wasserkonsum steigt ins unermessliche. Es dauert jetzt noch rund einen Monat und dann ist mit Beginn der Regenzeit fertig lustig.

Es sind diese zwei Hauptgründe warum wir von unserer eigentlich Reiseroute etwas abweichen. Wir möchten selber kochen und trotzdem reisen, weil wir gerade erst einen Monat an ein und demselben Ort verbracht haben. Mit einem Wohnmobil könnten wir uns beide Wünsche erfüllen. Nach fünf Monaten in Asien, können wir auch gut eine kulturelle Abwechslung brauchen und haben uns für den fünften Kontinent entschieden. Wir fliegen also am 1. Mai von Bangkok nach Sydney und werden fünf Wochen mit einem Campervan an der Ostküste unterwegs sein.
(Wens interessiert, unser Fahrzeug http://www.campermanaustralia.com/family5-campervan.html)

 
Dies wird übrigens all diejenigen unter euch freuen die uns sehnlichst vermissen. Denn in“ Down Under“ werden wir unser Budget kaum einhalten können, was dazu führen wird, dass sich unsere Reisezeit verringern wird.