Freitag, 30. März 2012

Grenzerfahrung

Nachdem wir auf der Insel Phu Quoc einen Monat lang gefaulenzt und unseren schweizer Besuch in vollen Zügen genossen haben, entschlossen wir uns, nach Kambodscha zu reisen. Sehr ungewohnt, nach so langer Zeit die Rucksäcke wieder einmal zu packen. Am Morgen früh aus den Federn und ab in den Minibus der uns in rasanter Fahrt, der Fahrstil erinnert uns an unsere erste Fahrt nach Kho Lantha, an den Pier bringt. Von da aus mit der Fähre ans Festland wo wir genügend Zeit finden um etwas zu essen. Für mich gibt es übrigens Reis mit Katze.

Als der Minibus der uns zur Grenze bringen soll endlich eintrifft, heisst es erst einmal Zettel ausfüllen für das Visa.

Dann geht es los Richtung Grenze. Wir steigen aus, füllen noch einmal einen Zettel aus und melden uns damit in Vietnam ab. Kurz in den Bus einsteigen und nach einer Fahrt von gerade mal 50m gleich wieder aussteigen. Es heisst ein weiteres Mal, Zettel ausfüllen. Diesmal im Doppelpack. Ein Hoch auf die Bürokratie! Unsere Mitreisenden müssen immer auf uns warten, da wir jeweils das ganze für alle vier Familienmitglieder machen müssen.

Wir steigen bereits auf Kambodschanischer Seite mit einem Kambodschanischen Visa im Pass wieder in den Minibus ein. Jetzt sollten wir es eigentlich geschafft haben. Aber keine 50m später stoppen wir bereits wieder. Und siehe da, wir füllen mal wieder Zettel aus. Diesmal sind nebst den bekannten Passnummern, wo kommt ihr her, wo wollt ihr hin, auch noch medizinische Fragen drauf, zum Beispiel ob in den letzten Tagen Fieber oder dergleichen aufgetreten ist. Zum krönenden Abschluss zückt der nette Herr in seinem schäbigen Holzunterstand einen berührungslosen, schweizer infrarot Präzisionsthermomether und misst damit allen die Körpertemperatur.

Als wir auch den Gesundheitscheck erfolgreich hinter uns gebracht haben, müssen wir nur noch kurz warten bis unsere Fahrer, die sich während des Fiebermessens in das nächste Restaurant gesetzt haben, fertig gegessen haben. Schlussendlich erreichen wir, eine Reiseerfahrung reicher, unser Ziel Kampot in Kambodscha.

Als kurze Anmerkung sei nur erwähnt, dass das ganze Prozedere nur für ausländische Touristen gilt. Die einheimischen fahren mit ihren vollbepackten Motorrädern einfach über die Grenze, ohne anzuhalten oder gar einen Zettel ausfüllen zu müssen. Anscheinend leiden einheimische auch nicht an Fieber.

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