Donnerstag, 24. Mai 2012

Komischer Westen und Macht der Gewohnheiten

Wir sind in Sydeny angekommen, haben unser Zimmer bezogen und erkunden die nähere Umgebung. Um die Strasse zu überqueren bewegen wir uns auf den Fussgängerstreifen zu. Selbstverständlich blicken wir aus lauter Gewohnheit erst einmal in die falsche Richtung obwohl wir aus Thailand den Linksverkehr ja schon gewohnt sein sollten. Als wir dann endlich in die Richtung der uns näheren Fahrbahn blicken, steht dort ein Wagen. Darin sitzt ein Mann der uns mit einem Handzeichen dazu ermuntert uns endlich in Bewegung zu setzen. Nach knapp einem halben Jahr in Asien wo der Verkehr beim Überqueren der Strasse hinter und vor einem durchrauscht, eine komische, wenn auch nicht unangenehme, neue Erfahrung.

Ich bin für eine längere Sitzung auf der Toilette. Nach dem das Geschäft erledigt ist, suche ich den Mülleimer für das benutzte Toilettenpapier. In der doch relativ beengten Kabine kann ich den Eimer jedoch nirgends erblicken. Könnte ich ihn übersehen haben? Ich schaue mich noch einmal genau um. Es steht tatsächlich kein Eimer neben der Toilette. Nachdem ich einige Sekunden Ratlos im Raum stehe, entschliesse ich mich schlechten Gewissens, das Papier in der Toilette zu entsorgen.

Ein knappes halbes Jahr haben wir darauf geachtet, dass wir kein Wasser vom Wasserhahn in den Mund nehmen, auch nicht um den Mund nach dem Zähneputzen zu spülen. Mit unseren Kindern haben wir schon etliche Male schimpfen müssen weil sie wieder irgendwo „krankmachendes“ Wasser in den Mund genommen haben. Prompt weist mich Loan nach dem Zähneputzen zurecht als ich das Australische Leitungswasser koste. Es ist zwar trinkbar, schmeckt aber nach Chlor. Wie gut wir es doch in unserer Heimat haben. Bestes, natürlich schmeckendes Trinkwasser direkt aus dem Hahn.

Wenn ich im Restaurant bestelle, muss ich mich beherrschen meine Sätze nicht nur in zwei einfach verständliche englische Worte zu fassen, sondern wieder in ganzen Sätzen zu sprechen. Komisch wenn mein Gegenüber auf einmal deutlich besser englisch spricht als ich und dies auch noch in einem äusserst schwer verständlichen Slang. Dafür ist es umso schöner sich auch mit anderen, wildfremden Menschen wieder unterhalten zu können.

Eine Sorge bleibt. Wird Gwen, die mit dem Asiatischen Essen aufgewachsen ist, auch unser selbstgekochtes westliches Essen mögen oder müssen wir täglich eine Portion Reis kochen? Wir haben Glück, Gwen liebt Pasta.


So reizvoll und anders Asien auch ist, so schön ist es wieder im Westen zu sein, wo es viel mehr Platz gibt, der Lärm weniger penetrant ist, die Geschmäcker und Düfte etwas weniger Eigenartig sind und wir uns ein bisschen mehr wie zu Hause fühlen.

2 Kommentare:

  1. Ist schon seltsam, wie schnell wir uns an etwas gewöhnen! Genauso wahr ist auch, dass wir das schnell wieder vergessen, solange es nicht einen sehr bedrohlichen Charakter hat. Deshalb erinnert sich wohl Loan noch, während ihr schon wieder umgestellt hat.
    Eure Fotos betrachte ich immer wieder gerne. Ich gebe zu, halte natürlich auch Ausschau nach Neuen.
    Lasst es euch gut gehen und herzliche Grüsse

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  2. hahahaha....danke für öie bricht...das kenni mit däm umgwöhne...bsungers das mit em wc papiert isch rächt schreg....gniessets ds westleche...i chas guet nache vouzieh...u bis gli gli...ha geschter d miru u dr eric am flughafe verabschiedet....sie si chli nöchter zu öich übere cho.....wahnsinn fröie üs aui mega mässig hier!!!!! muntschulos für öich aui!!!

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